Stellungnahme des Ortschaftsrates Zorbau zur Einschulung der Kinder der ehemaligen Gemeinde Zorbau in die Grundschule Granschütz

Die Sitzung des Ortschaftsrates am 09.04.2013 hatte die Diskussion des Stadtrates Lützen, die Kinder der ehemaligen Gemeinde Zorbau zukünftig in die Grundschule Rippach einschulen zu lassen, zum Thema.

Grund dafür sind die weiter sinkenden Schülerzahlen in den drei Grundschulen der Stadt Lützen und die durch das Land angehobenen Schülerzahlen für das Fortbestehen einer Grundschule. Dabei fragt sich der Ortschaftsrat ohnehin, ob das Land wirklich ernsthaft über perspektivische Entwicklungsmöglichkeiten aller Regionen und somit des Landes nachdenkt oder ob man sich weiter von derzeitigen Bedingungen und die sich damit weiter verschlechternden finanziellen Voraussetzungen leiten lassen will.

Das Land und darüber hinaus die bundesdeutsche Wirtschaft haben einen erhöhten Bedarf an Fachkräften. Anstatt nun die Rahmenbedingungen für junge Menschen im Land oder im Bund zu verbessern, werden diese weiter verschlechtert. Eine dieser vielen Standortbedingungen ist die Betreuung unserer Kinder. Sicherlich kann der finanzielle Aspekt der Betreuung nicht aus dem Auge gelassen werden. Aber wenn vieles mehr im Zusammenhang gesehen würde, reichen die Einsparungen vieler Millionen für die optimale Betreuung unserer Kinder.

Die Kinder von Zorbau gehen seit 1967 in die Grundschule Granschütz. Mit 3 km Schulweg ein für alle Kinder ohne Probleme machbarer und hinnehmbarer Schulweg, der per Rad und durch die direkte Verbindung durch einer Landstraße, mit dem Schulbus oder die Eltern bewältigt werden kann. Die Grundschule Granschütz erfüllt alle Voraussetzung für den Fortbestand, auch unter Berücksichtigung höherer Schülerzahlen. Die in der letzten Stadtratssitzung Lützen aufgekommene Diskussion, die Kinder von Zorbau eventuell nach Rippach einzuschulen, ist ebenso kurzsichtig gedacht im Interesse der Kinder, als auch in finanzieller Sicht. Nicht nur dass die Kinder dadurch einen unnötigen fünffach längeren Schulweg in Kauf nehmen müssten, der Vorschlag dafür einen Feldweg auszubauen, um eine direkte Anbindung zu erreichen ist aus finanzieller Sicht ebenso widersinnig. Selbst wenn die Stadt im Geld schwimmen sollte, aber genau das Gegenteil finden wir vor, kann so ein Vorschlag nur als unsinnig abgetan werden. Und wenn man die Kinderentwicklung bis 2025 betrachtet, die durch das Schulamt vorgelegt wurden, kann man doch nur auf einen Entschluss kommen, mit der Stadt Hohenmölsen einen gemeinsamen Schulentwicklungsplan im Interesse unserer Kinder und den jetzigen vorhandenen finanziellen Möglichkeiten zu erstellen.

Dem Ergebnis nicht vorgreifend, kommt der Ortschaftsrat Zorbau aber nur auf einen Entschluss, dass Lützen einen, wenn nicht sogar zwei seiner Grundschulstandorte aufgeben sollte und aus Kapazitätsgründen der verbleibenden Schulen in Lützen die Kinder von Zorbau in der Grundschule Granschütz zu belassen. Und sollten die Kinderzahlen aus dem Schulentwicklungsplan als Grundlage so erhalten bleiben, ist die Schließung von zwei Grundschulen in Lützen perspektivisch nicht zu verhindern. Dann wäre  es sogar sinnvoll die Kinder von Muschwitz wieder in die Grundschule Granschütz einzuschulen, um nicht nach einer Kapazitätserweiterung der einen verbleibenden Schule in Lützen ernsthaft nachdenken zu müssen.

Der Ortschaftsrat rät darüber hinaus den Stadtrat gegen die Vorgaben des Landes Einspruch einzulegen, da diese Vorgaben sich nicht mit den Interessen der Menschen in den Regionen, als auch mit den Entwicklungsstrategien ländlicher Räume in Einklang zu bringen ist. Ein langfristiges Ergebnis wird sein, dass junge Menschen weiter verstärkt in große Ballungszentren ziehen oder den Entschluss fassen kinderlos zu bleiben. Dies kann und darf nicht im Interesse jetziger Klein- und Mittelstädte sein.

Ortschaftsrat Zorbau
Straße der Freundschaft 17
06686 Zorbau

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